Meine Meinung zu den Olympischen Spielen in China

Ich habe schon in einigen Blogs, die sich Gedanken zu diesem Thema gemacht haben Kommentare hinterlassen. Da ich aber immer so ein bisschen das Gefühl habe den Autor des Artikels damit anzugreifen, werde ich jetzt hier meine Meinung zu dem Thema äußern.

Natürlich verurteile auch ich aufs allerschärfste das Verhalten der chinesischen Regierung gegenüber Tibet. Dennoch denke ich, dass man die olympischen Spiele nicht in diesen politischen Konflikt mit reinziehen sollte. Das Problem mit China und Tibet besteht schließlich schon seit 1950. Als China also den Zuschlag vom IOC erhalten hat, hätte man sich dessen klar sein müssen. Der Zuschlag und kurze Zeit danach waren meiner Meinung nach die einzigen Zeitpunkte, eine Verlegung in ein anderes Land zu fordern.

Die olympischen Spiele jetzt zu boykottieren wäre ziemlich unfair für die Sportler. Viele Sportler haben in Ihrem Leben nur ein oder zwei Mal die Chance an den olympischen Spielen teilzunehmen und trainieren hierfür sehr sehr hart. Ihnen jetzt zu sagen “Sorry, aber das wird diesmal nichts und in 4 Jahren bist Du dann zu alt für Olympia”, wäre nicht fair.

Damit bin ich beim Thema Fairness angelangt. Die Sportler zeigen während der olympischen Spiele eindrucksvoll wie das friedliche miteinander funktioniert. Fair Play!

Zusätzlich bin ich der Meinung, dass die Tibetkrise von den Medien weitestgehend unbemerkt, bzw unkommentiert geblieben wäre, würde Olympia nicht in China statt finden.

Damit sind wir beim Thema Medien, dass Länder wie z.B. Israel und die Türkei ebenfalls Menschenrechte mit Füßen treten und gleichermaßen gewalttätig gegen Kurden und Palästinenser vorgehen, dafür interessiert sich im Moment niemand mehr. Wo sind sie hin, die täglichen Schlagzeilen von Bombenangriffen und Raketenangriffen? Plötzlich weg, weil uninteressant?

Auf jeden Fall bietet die aktuelle Berichterstattung den Tibetern ein Forum, auf Ihre Situation aufmerksam zu machen. Daher finde ich es auch völlig in Ordnung während des Fackellaufes weltweit auf sich aufmerksam zu machen.

Dennoch, Olympia 2008 muss stattfinden! Ein Boykott ist nicht der richtige Weg das Problem zu lösen, hier sind unsere Politiker gefragt.

An dieser stelle möchte ich noch das China Watch Blog (gefunden bei Basic Thinking) und die Serie “Der Tibet-Konflikt” von Jan Weinschenker im Sinn City Blog empfehlen.

Ich schließe mich mit diesem Artikel der Blog Aktion Free Tibet now! an, allerdings mit der Einschränkung, dass ich nicht den Boykott der olympischen Spiele fordere.

Free Tibet now!

Blogs die diese Aktion unterstützen:

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Kategorie(n): Unsortiert
Kommentare
  1. Alex sagt:

    Hi,

    erstmal danke fürs Trackbacken ;) . Zu deinem Artikel möchte ich sagen: Klar, es wäre für die Sportler mehr als ein Ärgernis – betrachtet man allein die Vorbereitung in DAS (sportliche) Event schlechthin. Dennoch sollte man dafür sorgen, Sport z.B. intelligent mit unterdrückten Menschenrechten in diktatorischen Staaten zu verknüpfen – also auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

    Ich wäre für eine Initiative der Sportler. Z.B. könnten diese bei der Medaillenvergabe (in der TV-Großaufnahme oder wer auch immer dann medial überträgt) das Bild des Dalai Lama oder die Tibetflagge hochhalten.

    Was sollen “die” (also sowohl China als Veranstalter und die übertragenden Medien) darauf reagieren?

    Wichtig ist wohl, dass es unerwartet kommt – also ähnlich wie es bei der Rede (vor dem Fackellauf) dieses chinesischen Repräsentaten war (weiß nicht mehr wie der hieß) als plötzlich pro-tibetische Engagierte in die Kameras liefen und nur schwer aus dem Fokus (der TV-Kamera) ausgeschlossen werden konnten.

    Fazit: Ein Boykott aus dem Inneren (der Spiele) wäre die beste Möglichkeit.

    PS: Außerdem hab ich einen Tag in Delicious für Tibet namens “fortibet” mehr oder weniger eingerichtet – das heißt, wenn man Artikel, die sich mit dem Thema beschäftigen (ob deutsch oder englisch..egal), dann sollte man – wenn man delicious benutzt – diese Seite / Artikel so taggen. Damit können wir ein großes Netzwerk aufbauen. Was haltet ihr davon?

    Grüße

  2. Einen Olympiaboykott sehe ich auch etwas kritisch. Es gibt aber auch bei Olympia tolle Möglichkeiten, den weltweiten Protest zu zeigen. Zunächst muss das IOC den Passus ändern, dass Sportler keine politischen Symbole zeigen dürfen. Weitere Möglichkeiten: Boykott der Eröffnungsfeier der Sportler (stell Dir vor, die Fahnenträger marschieren ohne Sportler ein)und der Fernsehsender (keine Liveübertragung, als Protest gegen die Ausweisung sämtlicher Journalisten aus Tibet), T-Shirts der Sportler bei der Siegerehrung (ich habe sogar schon eins kreiert ;-) http://landgefluester.wordpress.com/2008/03/18/mein-t-shirt-fur-tibet/).

  3. Gilly
    Twitter:
    sagt:

    Das sind doch sehr gute Ideen! So weit ich weiß, wollen einige deutsche Sportler schwarze Armbinden tragen.

  4. Alex sagt:

    Passus ändern/entferne wird wohl schwer, die Eröffnung ohne Sportler müsste aber so aussehen, dass alle (!) Sportler da mitmachen – und das wird auch nicht so leicht. Und die Nicht-Übertragung der TV-Sender ist wohl auch eher sehr schwierig, weil das schon fast ein Muss ist für Fernsehanstalten.

    Ich stelle mir das gerade vor, wenn man die Übertragung bei der Fußball-WM 2006 ausgelassen hätte – nimmt man einfach mal an, ein Vorab-Skandal (des Tibet-Kalibers) wäre dem Event zuvorgekommen. Das ist sehr schwer vorzustellen, vor allem hätte es dann nicht diese tollen Fanmeilen gegeben und das public viewing. hmm, schwierige Frage bleibt es…

    @landgeflüster: an dem shirt muss man nochmal arbeiten…ich denke ich werde in meinen t-shirt-shop was reinstellen.

  5. Jan sagt:

    Danke für den Link! Ich teile Deine Meinung im Bezug auf den Boykott. Ich glaube auch, dass so eine Aktion niemandem helfen würde.

    Mich enttäuschte jedoch das Verhalten unserer Politiker. Wenn Chinas Staatsmacht mit Gewalt gegen Protestierende vorgeht, dann muss meiner Meinung nach weltweit ein Sturm der Entrüstung losbrechen. Stattdessen blieben unsere Volksvertreter für meinen Geschmack zu ruhig.

    Wirtschaftlich und politisch ist China anscheinend mittlerweile so schwergewichtig, dass sich niemand mehr traut, die Regierenden dort allzusehr zu verärgern.

  6. Gris-Gris sagt:

    Gilly, wenn ma denn schon in den Backlinks stehen…

    … halt auch noch einige Anmerkungen zu deinem Eintrag.

    (1) Das (internationale) Olympische Kommitee ist keine “staatliche Institution”, wie ja auch die nationalen Kommitees es nicht sind. Das sind alles nichtstaatliche Organisationen.

    Boykott der Spiele – das lässt sich so gesehen eh nicht – zumindest nicht 1:1 – als Forderung an einen politischen Adressaten richten.

    Auf einem anderen Blatt steht aber, wer aus der internationalen Politik an der Eröffnung der Spiele teilnimmt. Wenn die Frau Merkel dann auf der Ehrentribüne sitzt… Wird sie dann ein eher saures Gesicht machen – oder freundlich lächeln?

    (2) “Free Tibet” – das ist nicht nur eine Hohlformel, sonder auch eine Forderung von extremster Sprengkraft. Eher wird China die Welt vernuken, als dass es sich eine Provinz aus der Krone brechen lässt.

    (3) “…dass Länder wie z.B. Israel und die Türkei ebenfalls Menschenrechte mit Füßen treten und gleichermaßen gewalttätig gegen Kurden und Palästinenser vorgehen, dafür interessiert sich im Moment niemand mehr.”

    Ja, wo/wie lebst du denn, dass du solchen Nonsens schreibst? Ich wüsste keinen Tag, an dem der Nahostkonflikt nicht thematisiert würde in den Medien. Vor allem aber auch: Die Germanpress hechelt grossmehrheitlich geradezu jeder Gelegenheit hinterher, um Israel Menschenrechtsverletzungen ankreiden zu können.

    Ich seh das Nahost-Problem komplexer – behaupte aber nicht, “die Wahrheit” zu kennen. Dennoch: Solche schnellen Sätze wie deine wirken – mit Verlaub gesagt – schon etwas gar simplifizierend…

    (5) … oder daraus schlussfolgernd: Wenn deine Wahrnehmung des Nahost-Problems so einseitig-verkrüppelt ist – wie tragfähig ist dann deine Empathie für die olympischen Sportler als quasi “wohlüberlegte Argumentation”?

    Gilly, gell! Du verstehst das bitte als konstruktive Kritik. Gruss vom Matterhorn

  7. Gilly
    Twitter:
    sagt:

    Natürlich vertsehe ich konstruktive Kritik. Mir kommt es halt nur so vor, als ob der Nahostkonflikt nicht bzw. deutlich weniger thematisiert wurde in den Medien die ich konsumiere (Spiegel Online, FAZ). Danke für Deine Anregungen auf jeden Fall. Da muss ich jetzt erstmal ausgibig drüber nachdenken.

  8. Gris-Gris sagt:

    Sorry! Hab falsch nummeriert… Also – einen Pkt (4) hatte ich nicht auch noch in petto. Allenfalls hätte er aber lauten können: Deine Argumentation hat ja (im Übrigen) auch was für sich, d.h. “Nonsense” bezog sich nur auf das unter (3).

    Montags brauchen die meisten von uns viel Freundlichkeit. @>–}—

  9. Alex sagt:

    @Gris-Gris

    Zu Punkt 1 kann ich nichts sagen.

    Aber “Free Tibet” als hohle Formel zu bezeichnen, halte ich für überzogen. Klar ist es ein Ideal, das man anstrebt und das wahrscheinlich schwierig bis garnicht realisierbar ist. Dennoch ist es ein Ziel, das man sich gesetzt hat. Ganz so wie beim Handel: Du bietest Ware an und sagst einen Preis, der auch deiner Vorstellung nach zu hoch ist (aber du probierst es). Dann gehst du langsam und bedächtig mit dem Preis runter und setzt dir natürlich eine eigenen Untergrenze – i.d.R. funktioniert das ja auch. Analog zu Preisen kann das auch bei Forderungen machen.

    In Punkt 3 stimme ich dir zu: Ja Israel und Nahost sind wirklich oft in den Medien (@Gilly: ich empfehle auch mal andere News-Feeds zu abonnieren, vllt Netzeitung.de oder Zoomer.de ^^). Ich denke auch, dass Pauschaliesierungen (sehr) oft (!) die falsche Herangehensweise sind – ich sage nicht immer, sonst würde ich ja wiederum Pauschalaussagen treffen ^^

    Dein Punkt 5 (4) ist wohl das Problem eines jeden Menschen – jeder bekommt immer nur ein Teil mit von der Welt. In diesem Sinne muss ich für den Gilly mal eine “Lanze brechen” und stelle als These mal auf: Jeder ist was den Einblick in aktuelle Geschehnisse und Konflikte angeht auf eine gewisse Art “einseitig verkrüppelt”, weil man sich seine Wahrheit selbst zusammensucht und bildet – egal ob aus vielen Quellen oder nur einer. Das Subjektive kriegst du nicht raus aus dem Menschen. (wobei ich natürlich hierbei von selbstständig denkenden Menschen spreche – also die deren Intelligenz auch messbar ist *fg*)

    PS: Ich distanziere mich an dieser Stelle, dass die Aussage “Krüppel” nicht gegen Menschen mit körperlichem Leiden gerichtet ist.

    PPS: Selbstverständlich ist dies auch als konstruktive Kritik zu verstehen und in keinster Weise ein persönlicher Angriff

    Und nur montags brauchen viele von uns viel Freundlichkeit??? :P

  10. Gilly
    Twitter:
    sagt:

    Ich denke mein Problem ist, dass ich solche Beitraege meist mit einem Bauchgefuehl schreibe.

    Feeds werden aber erweitert. Versprochen.

    Achso und natuerlich habe ich den Artikel nicht umsonst “meine Meinung…” genannt. Ich freue mich aber ueber eure Kommentare, da diese ja auch helfen meine sicht der Dinge ggf zu ueberdenken.

  11. Gris-Gris sagt:

    @Alex

    Noch eine Präzisierung: Wir haben das Free-Tibet-Gif auch aufm Blog veröffentlicht – und stehen problemlos hinter dieser Forderung. China wandelt sich momentan von einer kommunistischen in eine Rechtsdiktatur (“Reich der Tritte” – Journalist Kai Strittmatter).

    Wenn ich von einer “Hohlformel” spreche, dann deshalb, weil die Staatsintegrität für das chinesische Regime so etwas wie die “Ultima Ratio” ist – das ist die Super-Staatsraison. Da muss man ja nur in die Geschichte des Staates schauen, um nachvollziehen zu können, warum das so ist. Siehe auch den Konflikt mit Taiwan, das ja “heim” geholt werden soll. Auf diese Idee wird das Mutterland “nie” verzichten. (Was heisst – historisch gesehen – schon “nie”? Aber es geht uns ja um überschaubare Zeiträume – oder?)

    Nebenbemerkung: China versteht sich als Befreier der Menschen in Tibet. Wie man in letzter Zeit hinlänglich oft lesen konnte, war Tibet nämlich eine religiös fundierte Sklavenhaltergesellschaft – circa 5% der Menschen (die Mönche) hielten sich die 95 anderen Prozent als Leibeigene.

    Ich denke mir also, auf die Forderung “Free Tibet!” reagiert das Regime absolut allergisch. Mit Gesprächsverweigerung, Säbelrasseln usw. – d.h. eine Abspaltung von Tibet ist nicht verhandelbar.

    Nur so war “Hohlformel” gemeint.

    Noch zum Begriff “verkrüppelt”. Bitte – ob er poltisch korrekt ist oder nicht, darüber wird diskutiert (http://de.wikipedia.org/wiki/Krüppel). Es entspricht meiner Überzeugung, dass dieses wunderbare Wort verwendet werden darf, ohne dass man damit behinderte Menschen “diskriminiert”. Ich habe Gillys Sicht zum Nahost-Konflikt eben als “verdreht” oder “unvollständig” empfunden – eben: als verkrüppelt.

    Sollte sich hier aber deswegen jemand in seiner Sensibiltät verletzt fühlen – dann bitte ich sie/ihn um Entschuldigung. Liest hier gar ein körperbehinderter Mensch mit, dann würde mich SEINE Meinung zu diesem Problem sehr, sehr interessieren.

  12. Gilly
    Twitter:
    sagt:

    Also zum Thema Medien muss ich mich jetzt doch noch mal äußern.

    Ich habe mir heute Morgen einen ausführlichen Überblick bei folgenden Seiten verschafft:

    Google News DE, US & UK, SpOn, Stern (da gabs irgendwie nur alte news), Netzzeitung, ARD, CNN, BBC, Washington Post, Al Jazeera, Turkish Daily News, Jerusalem Post.

    Wie ich schon sagte, Olympia, China und Tibet gab es überall, Nahost Krise gab es nur bei den letzten beiden “regionalen” Newsseiten.

    Kann da jetzt jemand was dagegen halten?

  13. Thomas Michael Krüger sagt:

    Einen Boykott? Was soll das bringen? Hat ein Boykott in der Geschichte schon mal ein wesentliches Ergebnis gebracht?
    Nein, ich denke, das wäre der falsche Weg zu mehr Menschenrechten in China. Soll sich das Interesse der Weltöffentlichkeit denn wieder abwenden von China und seinen unterdrückten Regionen wie Tibet?
    Auch unser Ossiland (die heutigen neuen Bundesländer) sind nicht durch Abwenden und Weggucken freigekommen, sondern durch aktives Protestieren. Ein in der Geschichte einmaliges Ereignis eines unblutigen Umsturzes!
    Ein Embargo aller chinesischen Produkte? Wen würde das am meisten treffen? Sicher nur die einfachen chinesischen Fabrikarbeiter, die bei Absatzschwierigkeiten kurzerhand und schlichtweg nokianisiert (=gefeuert) werden..
    Mein Vorschlag wäre daher folgender. Wie kann man der chinesischen Bonzen-Regierung eine größtmögliche und dennoch unblutige Ohrfeige verpassen? Wie können wir die chinesischen Dikator-Regenten genauso verhohnepiepeln, wie sie es skrupellos mit uns machen, in ihrer Berichterstattung und in ihren leeren Versprechungen in Hinblick auf Menschenrechtsverbesserungen?
    Wir sollten an den Spielen bis zur Hälfte ganz normal teilnehmen, und dann unter Entrollung von Menschenrechtstransparenten naserümpfend das Land verlassen. Das wäre schön peinlich für Peking.

  14. Landfrau sagt:

    Wie ich schon in meinem Kommentar geäussert habe, müsste es doch eine Möglichkeit geben,eine auch für die Sportler genehme Lösug zu finden. Aber da sind ja zu viele Eigeninteressen und vor allem der Kommerz vorherrschend. Letzlich zählt doch nur, dass der Rubel rollt und die Sportler werden verheizt und das Problem Tibet wird auch weiterhin bestehen,nur später sieht dann niemand mehr hin.

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