
Ich habe gerade auf DMAX Morgan Spurlocks 30 Days gesehen. In dieser Folge war eine Pro Choice Verfechterin 30 Tage in einer Pro Life Geburtsklinik und hat sich mit deren “Aufklärungsmethoden” beschäftigt.
Nun möchte ich gerne meine eigenen Gedanken zu diesem Thema hier niederschreiben und zur Diskussion aufrufen.
Kurz zu den Positionen:
In Amerika sind die Fronten extrem festgefahren und es wird auf allen Seiten mit wirklich harten Bandagen gekämpft, aber auch in Deutschland gibt es eine Abtreibungsdebatte.
Meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema ist die folgende:
Wann sollte überhaupt abgetrieben werden?
Tja, schwierige Frage, viele Antworten.
Wie oben schon erwähnt, kann ich jede Frau verstehen, die nach einer Vergewaltigung mit einer anschließenden Schwangerschaft, das Kind nicht bekommen möchte, weil sie dieses nicht lieben könnte.
Junge Mädchen, die noch in der Schule sind oder in der Ausbildung stecken und keinen Rückhalt von Ihrer Familie erhalten. Niemandem ist damit geholfen, wenn ein junges Mädchen die Schule oder die Ausbildung abbricht und ihr Kind und sich dann mit Hartz IV durschlagen muss ohne Perspektive. Auf der anderen Seite respektiere ich natürlich auch junge Mädchen, die Ihr Kind zur Welt bringen, weil deren Familien ihnen helfen und es ihnen ermöglichen Schule oder Ausbildung zu Ende zu führen.
Das Kind hat eine Behinderung. Mhhh sehr schwierig. Ich weiß jetzt nicht genau, ob es überhaupt Behinderungen gibt, die schon vor dem 3. Monat erkannt werden können und wie schwerwiegend diese sind. Hierzu habe ich jetzt rund 30 Minuten nachgedacht und habe ehrlich gesagt keine richtige Meinung hierzu. Ich denke man muss hier von Fall zu Fall entscheiden und von der Schwere der Behinderung abhängig machen.
Zuletzt noch das allbekannte Argument “Ich fühle mich nicht bereit für Kinder”. Tja, auch nicht leicht. Aber wenn man kein Kind will, dann sollte man auch keins bekommen. Es gibt schon genug ungeliebte Kinder auf dieser Welt.
Dennoch wäre es mir am liebsten, wenn es erst gar nicht zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt und verhütet wird. Klar bietet Verhütung keine 100%ige Sicherheit, aber bei Unfällen gibt es ja noch die Pille danach.
Soweit meine Meinung: Pro Familie aber auch pro Abtreibung.
Ich denke es ist hier klar, dass die strikte Haltung gegen Abtreibung uns in der heutigen Zeit nicht weiterbringt, ein Verbot hätte mit Sicherheit fatale Folgen für die Gesundheit vieler Frauen, wir haben alle Dirty Dancing gesehen und wissen demnach was bei schmutzigen Abtreibungen passieren kann.
Übrigens wird die Abtreibung in Deutschland gesetzlich im §218 StGB geregel.

I’m Pro-Choice and my Mother is Too!, ©clockworknate
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Schwieriges Thema lieber Gilly, im großen und ganzen seh ich es aber so wie du. Ich finde jede Frau/jedes Mädchen sollte mit ihrem Körper machen können was sie will, so auch – bis zu einem gewissen Monat – mit dem Leben darin. Sie sollte allerdings, wenn sie denn den Schritt Abtreibung in Erwägung zieht mehr als sehr gut über Folgen und über eventuelle andere Möglichkeiten beraten werden.
Ob ich selbst abtreiben könnte, wenn ich feststellen würde dass es einen kleinen “Unfall” gab, weiss ich nicht. Vermutlich eher nicht, ich denke ich könnte nicht mal die “Pille danach nehmen” zumindest nicht in fester und liebevoller Partnerschaft, so wie es jetzt ist (ich hoffe das bleibt auch so
). Wir lieben Kinder und wollen unbedingt selbst mal welche, genaue Planungen gibt es allerdings noch nicht nur so “in etwa 5 Jahren”.
Wir verhüten sehr gewissenhaft, dennoch habe ich kurz nach unserem Umzug aufgrund von mega viel Stress meine Periode dann doch nicht bekommen… vorsichtshalber hab ich einen Schwangerschaftstest aus der Apotheke geholt, der verlief natürlich negativ, aber man will ja auf Nummer sicher gehen
Als ich meinem “Mann” davon erzählt habe, als er nach Hause kam, hat er mich in den Arm genommen und meinte “ach und wenn wir schwanger wären, hätten wir den Knirps auch noch großbekommen, nach allem was wir schon zusammen geschafft haben” – denke da brauch ich nicht viel hinzufügen 
Ich könnte mir aber durchaus vorstellen nach einer Vergewaltigung abzutreiben, ich glaube ich würde durchdrehen wenn da 9 Monate etwas von einem solchen *************** in mir drin ist…ernsthaft, ich glaube ich würde wahnsinnig werden und es am Ende wohl selbst noch rausschneiden.
Allerdings scheint das nicht allen so zu gehen vor ein paar Tagen habe ich eine kurze Reportage über eine junge Frau gesehen, die vergewaltigt wurde, das Kind ausgetragen hat und dem Täter nun unendlich dankbar ist, dass er ihr ein Kind geschenkt hat… ob ich das gut oder schlecht finden soll, weiss ich immer noch nicht, aber wenigstems scheint es diesem Kind gut zu gehen.
Zum Thema Abtreibung und Behinderung kann ich auch nicht mehr sagen als du. Eine Bekannte von mir hatte jetzt den Fall, allerdings konnte man diverse Untersuchungen erst nach dem 3. Monat machen, dem Kind geht es übrigens gut, es konnten keine Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. Ob es Untersuchungen gibt, die man vorher machen kann… glaube nicht sonst hätten sie die vermutlich bei ihr gemacht. Ob ich abtreiben würde, wenn ich wüsste es wäre beispielsweise schwerbehindert kann ich nicht sagen, denke da müsste ich in die Situation kommen.
Um nochmal zusammen zu fassen: Ich bin der Meinung jede Frau sollte – bis zu einem gewissen Monat – selbst entscheiden können, ein gesetzliches Verbot kann hier durchaus mehr Schaden als Nutzen bringen.
Twitter: moviectrl
sagt:
Das Thema ist sehr brisant. Ich finde es gut, dass du deine Meinung dazu schreibst. Ich denke dabei eigentlich genauso wie du. Lediglich beim Punkt “Behinderung” mache ich mir ein wenig mehr Gedanken. Sicher – auch ein behinderter Mensch ist ein Mensch der es verdient hat zu leben. Auf der anderen Seite opferst du bei einer schweren geistigen Behinderung des Kindes dein gesamtes Leben für deinen Nachwuchs. Dein normales Leben ist vorbei und ich glaube das kann man sich nicht so richtig vorstellen: 24 Stunden für jemanden da sein, alles machen. Das bringt nicht nur psychische Probleme mit sich sondern vor allen Dingen finanzielle. Ich persönlich würde ein Kind sofort abtreiben wenn ich wüsste, dass es geistig oder schwer körperlich behindert ist. Das muss aber natürlich jeder für sich selber entscheiden.
Ich habe mal kurz Brainstorming gemacht. Ich denke: Abtreibung bis zur 4. Woche (4 Wochen sollten reichen, um sich über die Tragweite einer Schwangerschaft klar zu werden) straffrei und moralisch “na ja” (vorher zwingend eine psychologische Beratung aufsuchen). Und: keine Bekanntgabe des Ergebnisses im Falle einer Behinderung – somit ist es wie damals, als wir geboren wurden und es keine (prä-)embryonale Diagnostik gab. Im Falle einer Vergewaltigung sollte das Kind in einem schnellen Verfahren zur anonymen Adoption freigegeben werden können, wenn die Mutter dies wünscht (somit hat das Kind – das ja nichts dafür kann – noch eine Chance auf ein geregeltes Leben).
Mhm hört sich ja alles nicht verkehrt an aber mal ehrlich abtreibung nur bis zur 4. Woche???? Es kann leicht vorkommen das man es bis dahin noch nicht mal merkt! Natürlich hat jeder Mensch die Pflicht darauf zu Achten das er keinen Nachwuchs zeugt den er nicht haben möchte aber sollte es passieren möchte ich ganz allein die Möglichkeit haben zu Entscheiden was mit mir und meinem Bauch, meinem Leben und meiner Zukunft wird. Die einem auferlegten Einschränkungen die ein Kind vor und nach der Geburt mit sich bringt möchte ben nicht jeder tragen. Und wenn wir alle mal ehrklich sind ist sich doch jedefr selbst der nächste, was unser aller Recht ist. Zum Punkt behinderung glaube ich das man den Kindern und der Gemeinschaft keinen Gefallen tut wenn man sie bekommt. Was wenn ich nicht mehr da bin? Dann muss sich die Geleschaft um diese armen KInder kümmern.
P.S. Möchte hier keine Anfeindungen von irgendwelchen selbst ernannten Menschenrechtlern, das ist nun eben meine Meinung und die darf ich auch haben.
Twitter: gillyberlin
sagt:
Keine Sorge, hier sind keine Menschenrechtler unterwegs
und natürlich hast Du ein Recht auf Deine Meinung
– Vielen Dank für den Kommentar.
Natürlich ist und bleibt dieses Thema brisant. Als ich 20 war und ungewollt schwanger,mitten im Studium und ohne festen Partner sah ich keinen anderen Ausweg als eine Abtreibung-ich dachte:toll,mit Kind versaust du dir dein ganzes leben. Heute bin ich mitte 30, habe einen lieben mann und wir wünschen uns sehnslichst ein Kind. oft denke ich an meine abtreibung und bin mit mittlerweile sicher, dass ich es auch mit kind geschafft hätte.dennoch muss jeder selber entscheiden können- aber jeder sollte sich bewusst mit dem thema auseinandersetzen und lange überlegen. darum halte ich einen schwangerschaftsabbruch nur bis zur 4woche für nicht ratsam-selbst Frauenärzte erkennen in diesem Frühstadium nicht sicher,ob man schwanger ist und es kommt sehr häufig vor, dass ein fötus in den ersten 8 wochen von alleine abstirbt!
Ich möchte hier gerne noch einen seitenverweis einfügen, denn hier wird sehr ausführlich über die verschiedenen Arten von schwangerschaftstests via urin oder blut berichtet und auch die Validität von Frühtests aufgegriffen.
Es ist definitiv einfacher eine entscheidung pro oder contra schwangerschaftsabbruch zu treffen,wenn man sehr früh weiß,ob und in welcher woche man ist. Fazit.das Leben ist eben nicht gerecht, aber dennoch lebenswert!