
Ich bin vorhin nichts Böses ahnend den Kaiserdamm mit dem Fahrrad auf dem Radweg in normaler Geschwindigkeit entlang gefahren, als plötzlich ein kleines Kind vor mir steht, dass zwischen zwei parkenden Autos hervorgesprungen kam. Ich habe glücklicherweise sehr schnell reagiert und konnte noch rechtzeitig bremsen. Natürlich hat bei der harten Bremsung der Hinterreifen gequietscht und ich habe vor lauter Schreck “Fuck” geschrien. Das Kind fing dann – als es die Situation erfasst hatte – sofort an zu weinen. Ich habe mich also nach den Eltern umgesehen, um denen eine ordentliche Ansage zu machen. Kurze Zeit später kam aus einem Haus ein ziemlich bulliger Mann gelaufen, der sich nicht etwa erst um sein Kind kümmerte, sondern mich anbrüllte: “Sind Sie nicht ganz dicht mein Kind so zu erschrecken? Warum müssen Sie hier auch wie ein Geisteskranker mit Ihrem Fahrrad langrasen?” – Die passende Ansage habe ich mir auf Grund der recht bedrohlich wirkenden Masse Mensch dann doch gespart und habe beim wegfahren nur noch “Passen Sie doch auf Ihr Kind auf” gemurmelt. Ich finde es schon krass, dass es dem Mann wichtiger war, erst mal seine Einkäufe ins Haus zu bringen und dabei das Kind unbeaufsichtigt am Auto zu lassen. Ich hätte zuerst das Kind reingebracht.
Da der Kaiserdamm recht lang ist und ich noch ein wenig Strecke vor mir hatte, fiel mir ein, dass ich mit meiner Mutter vor ein paar Jahren in einer ganz ähnlichen Situation war. Wir waren mit dem Auto auf einer engen, geschlängelten Straße mit ca. Tempo 30 unterwegs als plötzlich ein Kind auf die Straße vor das Auto meiner Mutter rannte. Auch hier ist nichts Schlimmes passiert, da meine Mutter schnell reagiert hat. Völlig entsetzt ist meine Mutter aus dem Auto ausgestiegen, hat das Kind am Arm genommen und wüste Flüche in Richtung des Haustores aus dem das Kind kam gebrüllt. Wenige Sekunden später kam die Mutter raus gerannt. Ihr ahnt was jetzt kommt oder? Richtig! Vorwürfe gegen meine Mutter, wieso sie denn nicht aufpasst wo sie hinfährt. *seufz*
Die beiden Geschichten haben eine deutliche Gemeinsamkeit: Die Eltern haben nicht auf Ihr Kind aufgepasst.
Damit sind wir jetzt auch schon beim Kern meiner Überlegungen angelangt. Sind nicht für alles was Kindern zustößt und was Kinder anstellen die Eltern schuld?
Natürlich kann man diese Frage nicht pauschal mit ja beantworten. Kinder und Jugendliche sind nun mal total unberechenbar. Aber gerade diesen Faktor kann man eigentlich relativ leicht in den Griff bekommen. In den beiden oben genannten Beispiel hätte der Vater einfach nur sein Kind in die Wohnung bringen müssen oder am Auto die Kindersicherung für die Türen aktivieren müssen bzw. die Mutter mit dem Kind das Hoftor ordentlich verschließen müssen. Kinder sind nun mal eine große Verantwortung.
Die beiden Beispiele zeigen allerdings noch etwas: Die Schuld wird immer bei den anderen gesucht.
Gehen wir nun einen Schritt weiter und übertragen diese Erkenntnisse auf den kürzlich stattgefundenen Amoklauf.
Wer ist hier Schuld? Meiner Meinung nach tragen die Eltern eine große Mitschuld.
Warum führe ich nun die Killerspiele hier bei der eventuellen Schuld der Eltern mit auf? Nun ganz einfach, wenn Killerspiele so unglaublich böse sind, wie die Medien immer sagen, warum lässt man sein Kind dann eben jene spielen? Vielleicht weil man sich weder mit dem Thema noch dem Kind in dieser Beziehung auseinandersetzen möchte?
Bleiben wir bei den Killerspielen. Sind diese nicht auch nur ein Argument, dass angeführt wird um von den eigentlichen Problemen in dieser Gesellschaft abzulenken? Immer ist irgendwas oder irgendwer Schuld. Immer kann man an allen möglichen Ecken die Probleme suchen. Aber hat mal jemand gefragt, wie das Verhältnis zwischen dem Jungen und seiner Familie war? Hat man dort wirklich nicht mitbekommen, dass der Junge irgend eine Störung, vielleicht sogar eine gespaltene Persönlichkeit hatte?
Warum ich nun behaupte, der bis zum Amoklauf völlig normal wirkende Junge hatte eine Störung? Nun, irgendwas muss ja bei ihm nicht “normal” gewesen sein, wenn er so eine Tat begeht.
An dieser Stelle möchte ich mal mich selbst als Killerspiel-Spieler anführen. Seit dem Erscheinen von Doom spiele ich nun schon First Person Shooter. Ich habe so ziemlich alles, was mir in den Weg kam, durchgezockt: Doom, Heretic, Doom II, Hexen, Duke Nuke 3D, Unreal, Wolfenstein und Return to Castle Wolfenstein, Far Cry, Half Life 2, etc. etc. etc. Auch heut noch spiele ich regelmäßig Online den schon etwas in die Jahre gekommenen Shooter Unreal Tournament 2003 Online in einem Clan.
Ich habe mittlerweile also knapp 16 Jahre Killerspiel-Erfahrung. Habe ich deswegen eine Verhaltensstörung oder ein gestörtes Sozialverhalten? Ich denke nicht. Ich habe auch noch nie das Bedürfnis verspürt mit echten Waffen zu “spielen”. Ich finde Waffen völlig uninteressant und habe mich damals in meinem Freundeskreis auch ausgeklinkt als man dort angefangen hat mit Softguns und ähnlichem zu schießen. Machen mich Egoshooter nun aggressiv? Nicht die Spur, für mich ist ein schönes Stündchen UT zocken eine schöne Erholung.
Eine kleine Überlegung möchte ich aber noch anstellen. Als ich damals mit den Shootern und Computerspielen allgemein angefangen habe, habe ich nur selten alleine gezockt, meist waren Kumpels da oder ich war bei Kumpels. Für Multiplayer Games haben wir uns mit unseren Rechnern irgendwo getroffen und diese dann Nächtelang gemeinsam gespielt. Zocken war also damals etwas gemeinschaftliches unter Menschen. Heute muss man sich nicht mehr mit Freunden treffen um gemeinsam zu spielen, da dies bequem über das Internet geht. Ist das eventuell ein Problem?
Auch hier könnte man sich wieder fragen, wieso Eltern tolerieren, dass Ihre Kinder Stundenlang vor dem PC hocken anstatt Sie rauszuscheuchen, in Sportvereine zu stecken etc…
Wer ist nun also Schuld?
Die Frage lässt sich wohl nicht pauschal beantworten. Amokläufe sind meiner Meinung nach eine Verkettung vieler Umstände. Daher finde ich es falsch, dass jedes Mal wieder die Killerspiel Diskussion auf den Tisch gebracht wird.
Das Problem könnte viel einfach gelöst werden:
Allerdings will sich mit diesem Thema scheinbar niemand so recht befassen, ist die Lobby der Rüstungsindustrie vielleicht einfach stärker und größer als die der Spiele Hersteller? ![]()
"Innenminister Schäuble hat im tagesschau.de-Chat schärfere Waffengesetze abgelehnt. Allerdings regte er an, die Darstellung von Gewalt sowie die Verbreitung von "Killerspielen" zu hinterfragen." (Quelle: Reader Edition)
Mehr muss ich nicht sagen oder?
Ich bin auf Eure Meinung gespannt.
Bildernachweis:
Kinderhände by wikked one
Kind vor dem Fernseher: by Aaron Escobar™
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Ich stimme fast allem zu, was du schreibst.
Die Ausnahme ist: Warum gibt es überhaupt Killerspiele bzw. Spiele in denen virtuell Menschen getötet werden?
Was die gesellschaftliche und soziale Komponente betrifft, habe ich dazu in meinem Blog geschrieben.
Twitter: gillyberlin
sagt:
Da halte ich jetzt mal “Warum gibt es Schützenvereine” gegen.
Gilly, das ist zu einfach. Niemand kann und will sein Kind 24h am Tag “überwachen”. Kinder haben ihren eigenen Kopf und wollen die Welt entdecken. Das fängt schon an wenn sie noch ganz ganz klein sind. Und es ist auch wichtig das sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Der kleine Junge in deinem Beispiel wird garantiert nicht mehr so einfach auf den Radweg treten, ohne sich vorher davon zu überzeugen das kein Wahnsinnger im Anflug ist. Mal ganz davon abgesehen das du als Verkehrsteilnehmer immer mit der Dummheit von anderen rechnen musst, kann ein kleines Kind die Konsequenzen seines Handelns meist gar nicht abschätzen. Das ist die Augabe von uns, die wir uns erwachsen nennen.
Jetzt denk doch bitte auch nochmal an deine Kindheit. Willst du mir wirklich ernsthaft weiß machen, das du immer auf das gehört hast was deine Mutter dir gesagt hat? Bist du nicht mal einfach über den Parkplatz gerannt, obwohl deine Mutter “Bleib stehen!” gerufen hat? Hätte da nicht auch etwas passieren können? Hätte da nicht auch jemand anderes deiner Mutter an den Kopf werfen können, das sie doch gefälligst besser auf ihr Kind aufpassen soll? Das alles anhand einer Situation zu beurteilen ist sehr ungerecht. Ich weiß als Vater einer kleinen Tochter das sekundenbruchteile genügen, in denen man seine Augen abwendet. Und auch wenn man mit der Zeit ein Gespür für Gefahren bekommt, manchmal überraschen einen die kleinen Racker mit wahren Meisterleistungen die man dann beim nächsten mal zu verhindern versucht.
Aber Eltern sind auch nur Menschen, haben auch mal einen schlechten Tag, haben mal Kopfweh oder vielleicht auch mal traurig. Aber wenn man ein Kind hat, darf man das scheinbar nicht mehr. Da muss man funktionieren, funktionieren damit alle anderen in dieser – nicht gerade kinderfreundlichen – Gesellschaft so weiterleben können wie bisher.
Aber zum Thema:
1. Ein härteres Waffengesetz bringt GAR NICHTS! Wer so etwas vor hat, kommt auch an die entsprechende Waffen. Warum glaubt eigentlich jeder es gäbe keinen Schwarzmarkt? Es gibt ja auch Drogentote in Deutschland und das obwohl du in keinem Lidl Drogen kaufen kannst und der Besitz von Drogen sogar verboten ist.
2. Waffen sind kein Spielzeug, Killerspiele aber auch nicht. Gäbe es Computerspiele in denen man in die Rolle eines Vergewaltigers schlüpfen würde, gäbe es einen riesigen Aufschrei. Aber virtuelles Morden, das ist schon okay. Gabs ja schon immer. Kann ja nicht verkehrt sein. Macht ja fast jeder und kaum einer hat zur echten Waffe gegriffen.
Ich kann das Gejammer jedenfalls nicht mehr hören. Das ewige Geheule der Zocker das Killerspiele keine Schuld an dem haben was da in Winnigen passiert ist. Stattdessen wird mit dem Finger auf die Eltern gezeigt. Ganz großes Kino.
Hier liegt mehr im Argen. Das ist ein gesellschaftliches Problem. Und solange híer jeder damit beschäftigt ist, seine eigenen Interessen zu wahren, wird diese Diskussion nicht dazu beitragen so etwas in Zukunft zu verhindern.
Twitter: gillyberlin
sagt:
Danke für Deinen Kommentar.
Sich eine Waffe vom Schwarzmarkt zu besorgen ist aber eine weitere Hürde. Ich wüsste z. B. nicht wo ich mir eine Waffe besorgen sollte.
Klar sind Eltern nicht perfekt, wollte ich auch nie behaupten. Aber Sein Kind alleine am Auto zu lassen hat nichts mit “mal kurz aus den Augen verloren” zu tun. Aber wie schlecht muss die Beobachtungsgabe von Eltern sein, wenn man nicht merkt, dass mit seinem Kind etwas gewaltig nicht stimmt. Eventuell waren die Eltern aber auch zu sehr mit Ihrem eigenen Status beschäftigt…
Ob “Killerspiele” nun ok sind oder nicht, wenn man bedenkt, wie wenige der Spieler zu Waffen greifen, muss man diese Diskussion gar nicht führen…
Aber sie HABEN es bemerkt und ihn zu einem Therapeuten geschickt. Was hätten sie noch mehr tun können? Vielleicht hat ja auch der Therapeut versagt, weil er nicht erkannt hat wozu der Junge in der Lage ist? Vielleicht war es aber auch ein spontaner Entschluss, hervorgerufen durch irgendein bestimmtes Ereignis? Wer weiß das schon?
Ich empfinde das als hochgradig ungerecht hier den Eltern die Alleinschuld geben zu wollen, auch wenn der Vater (aus welchem für ihn persönlich wichtigen Grund auch immer) gegen das Waffengesetz verstoßen hat. In diesem tragischen Fall hat die komplette Gesellschaft versagt, zu der zweifelsohne auch die Eltern gehören.
Wenn du eine Waffe willst, dann bekommst du auch eine. Genauso einfach wie du in Deutschland an Drogen kommst.
Twitter: gillyberlin
sagt:
Ich weiß übrigens auch nciht wo man Drogen her bekommt…
Die Eltern sind doch gar nicht allein Schuld, behauptet niemand.
Aber in diesem Fall (ich wußte übrigens nicht, dass er zu einem Therapeuten ging), eine Waffe frei im Haus rumstehen zu lassen, sorry aber das ist Beihilfe!
Aber du kennst bestimmt Ecken in Berlin wo du dir vorstellen könntest beides zu bekommen?
Doch er war wohl in therapeutischer Behandlung.
Keine Frage, eine Schusswaffe lässt man nicht einfach so rumliegen. Aber ein Massaker kann es auch mit Messern, Kettensägen oder einem Spaten geben. Versteh mich nicht falsch, ich will diesen Punkt nicht herunterspielen, aber nur die Waffe allein bringt eben auch noch keinen um.
Twitter: gillyberlin
sagt:
“Wer ist nun also Schuld?
Die Frage lässt sich wohl nicht pauschal beantworten. Amokläufe sind meiner Meinung nach eine Verkettung vieler Umstände. Daher finde ich es falsch, dass jedes Mal wieder die Killerspiel Diskussion auf den Tisch gebracht wird. ”
So ist es, klang aber in deinem Artikel etwas anders
Ich finde es falsch das wir überhaupt über Killerspiele diskutieren müssen. IMHO gehören die abgeschafft.
Twitter: m4gic
sagt:
interessante gedanken
Twitter: gillyberlin
sagt:
Mist Rene, ich kann die Reply Funktion nicht mehr weiter benutzen in unserer kleinen Diskussion
Jetzt möchte ich Dich als Papa mal was fragen, was machst Du wenn Dein Junior mit 12-14 auch anfägnt Killerspiele zu spielen?
Zum Glück habe ich eine Tochter und brauche mir darüber vermutlich keine Gedanken machen
Okay, aber mal angenommen .. okay: Ich würde mir meinen Sohn schnappen und ihm zeigen was für Leid durch Waffen entstanden ist. Ich hoffe dass das ausreicht. Wenn nicht würde ich irgend etwas in Richtung Konfrontationstherapie machen. *schulterzuck*
Was würdest du denn machen? Würdest du das gut finden, wenn dein Kind so etwas spielt?
Twitter: gillyberlin
sagt:
Naja, da ich es selbst mache, kann es meinem Kind ja schlecht verbieten
Ich würde auf jeden Fall versuchen in einem ausführlichen Spiel klar zu machen, dass Computerspiele keine Realität sind und was Waffen in der realen Welt anrichten.
Darüber hinaus würde ich das ganze zu mindest bis zu einem bestimmten Alter (16?) zeitlich begrenzen.
BTW ich kenne auch ne menge weibliche Spieler
auf das wesentliche, dem kern der sache ist wohl noch niemand gekommen. der amokläufer hat tischtennis gespielt. das verbot von tischtennis hat noch niemand gefordert. zeit wirds dazu. ich will damit sagen es ist nie die sache die tötet, sondern der mensch. genausowenig wie das verbot von tischtennis was bringt, genausowenig bringt das verbot von waffen etwas.
diese diskussion hatte ich in einem beitrag bei mir schon am tag danach vorher gesehen…
ich bin selbst seit 30 jahren mitglied in einem historischen schützenverein, seit 17 jahren übrigens als geschäftsführer. auch wir haben kinder und jugendliche bei uns, die von unseren schiessleitern einen verantwortungsvollen umgang mit waffen beigebracht bekommen. diese schiessleiter müssen, bevor sie ihre tätigkeit ausüben, mehrere lehrgänge bezüglich ihrer eignung ablegen.
und obwohl wir – mit 2 ausnahmen – “nur” mit luftdruckwaffen schiessen, werden unsere gewehre und pistolen alle in einem speziellen waffenschrank im schützenheim aufbewahrt, zu dem nur die schiessleiter zugang haben. auch wenn du das schiessen nicht als sport siehst, fördert es unter anderem die konzentrationsfähigkeit. viele schützen nutzen autogenes training, wenn sie diesen sport leistungsmässig betreiben. bei uns lernen die jugendlichen auch die integrration in eine gruppe gleichgesinnter, die ihren sport mögen. bei uns ist niemand ein einzelgänger, da alle volle unterstützung bekommen und sie jederzeit mit fragen und anregungen zu uns älteren kommen können.
wenn es die vielen tausend schützenvereine – ob nun sportlich oder historisch – nicht gäbe, müssten sich diese heranwachsenden wieder ein neues hobby suchen. vielleicht ohne die entsprechende betreuung ausgebildeter personen. sie würden die disziplin und konzentrationsfähig, die sie in einem solchen verein lernen und die ihnen auch abverlangt wird, vielleicht niemals aneignen. ich sehe in einem schützenverein nichts schlechtes, denn der ausgebildete geht verantwortungsvoll mit den erworbenen fähigkeiten um.
wollte man sportliches schiessen verbieten, dann müsste man auch den besitz von taschenmessern oder messern im haushalt untersagen, denn auch damit wurden schon zigfach menschen umgebracht. personen wie dieser jugendliche in winnenden werden aber leider immer wieder in erscheinung treten. hätte er zum beispiel einen molotow-cocktail in eine klasse geworfen und alle währen verbrannt, dann würde die diskussion um schützenvereine überhaupt nicht entstehen. wer so eine tat plant, der findet auch ein werkzeug, um sie auszuführen…
was ich allerdings auch nicht begreifen kann ist die tatsache, dass man so viele waffen zu hause bunkern muss. auch die menge von 4500 schuss munition ist vollkommen überflüssig, auch für einen sportschützen.
Twitter: her_life
sagt:
Ich weiß nicht, wie ich denken würde, wenn ich selbst Mutter wäre… aber im Moment sehe ich es schon so, dass es sehr sehr vielem Eltern eine große Schuld haben. Einfach, weil sie die sind, die dann doch ihr Kind lenken und das Kind viel von den Eltern lernt. Und auch am Amoklauf hat imo der Vater schuld… zum einen weil er seinem Kind vermittelt hat wie wichtig Waffen sind. Und er selbst nicht ganz normal war, wenn er neben einer Waffe schlafen muss…
Ich sehe es so, dass Eltern an vielem eine große Mitschuld tragen. Kein Kind ist von sich aus so “gestört” dass es zur Waffe greift und Menschen umbringt.
Viele Eltern sind der Verantwortung auch nicht gewachsen. Dann sind die Kinder nur ein Faktor, der zwar da ist, aber sich schon um sich selbst kümmert.
Kein Elternteil kann seine Verantwortung einfach beim Therapeuten abgeben. Wieso müssen denn in unserer Gesellschaft Kinder zur Therapie? Nicht wegen Killerspielen.
Ziel sollte es doch sein, dass wir unsere Kinder so behandeln, damit sie erst gar keine PSychologen benötigen und mit einem gefestigten Wesen in die Welt gehen.
Eine Mitschuld gebe ich auch den Schulen. Warum? Weil mir meine Schulzeit noch sehr gut in Erinnerung ist.
Mobbende Lehrer waren dort an der Tagesordnung. Und wenn der Lehrer sich einen rausgesucht hatte, stimmte die Klasse bald mit ein, denn was der Lehrer macht, kann ja nicht so falsch sein.
Zum einen ist der Ton und der Druck in den Schulen schlimmer geworden. Das können viele sicherlich nicht nachvollziehen, weil ihre Schulzeit nun schon ein bisschen her ist. Aber Leute, die jetzt zur Schule gehen oder gerade raus sind wissen was ich meine.
Zum anderen trennt sich mittlerweile in unserem Bildungssystem sehr früh arm und reich. (Studiengebühren). Ich kenne mittlerweile min 10 Leute, die sich nicht verschulden wollen um Bildung zu erlangen, die eigentlich ein Grundrecht sein sollte, denn wer weiß schon, wie die Joblage nach dem Studium aussieht?
Ich denke daher, dass solche Amokläufe eher ein Symptom sind, wie krank unsere Gesellschaft doch ist. Unsere Kinder halten uns den Spiegel vor, aber trotzdem suchen wir die Schuld wieder bei anderen. Ich glaube erst wenn wir anfangen, selbstkritischer zu denken und zu handeln, werden wir an dem Problem wirklich was ändern können.
Sportschützen müssen sich die Frage gefallen lassen, warum Sie ihre Waffen Zuhause aufbewahren wollen/sollen und diese nicht nach Ausübung ihres Sports beim Verein lagern. Falls nicht genügend Kapazitäten Raum/Waffenschränke dafür vorhanden sein sollten, muß der Verein entsprechend seiner Mitgliederzahl eben dafür sorgen tragen.
Twitter: gregma
sagt:
Also mehr als ein dutzend Waffen und Kinder/Jugendliche im gleichen Haus passt nicht so ganz zusammen, für mich. Mal ganz nett ausgedrückt…
Ansonsten sind sicherlich die Eltern in der Verantwortung und je älter die Kinder werden auch alle anderen – wir.
Und dabei geht es nicht ums überwachen (@Rene)… aber wenn man sich mit seinem Kind mal wieder beschäftigt, und dies nicht durch TV, Computer & Konsole erledigen lässt, ist man schonmal einen Schritt weiter.
Und Killerspiele verbiten zu wollen, ist ja schon vom ersten Ansatz her saudämlich. Oder gibt’s Jugendliche, die solche Spiele als Original haben… sprich gekauft?!
Twitter: ninedragons
sagt:
Noch mal ein ganz anderer Ansatz, den ich heute im Netz gefunden habe:
http://schweizmagazin.ch/news/336/ARTICLE/7127/2009-03-12.html
http://www.bildblog.de/6413/wie-bild-den-amoklauf-in-szene-setzt/