
Gestern bin ich zu Mediamarkt hier um die Ecke geradelt um mir ein ganz bestimmtes Produkt zu kaufen.
Bewaffnet mit dem günstigsten Preis eines großen deutschen Preisvergleich-Portals betrete ich also den Laden und steuere die entsprechende Abteilung an. Kurz nachgesehen, ja das Produkt ist vorrätig. Der Preis liegt 75€ über dem im Internet.
Ich schnappe mir also eine der Verkäuferinnen mit den Worten: “Sach ma Hase, beim Preis geht aber noch was oder?” – Die Nummer mit dem Hasen kam scheinbar nicht so gut an, die Antwort war: “Nö, wieso?”. Also zurück zur Sachlichkeit (ich werde es nie verstehen wann man in Berlin nun “frei nach Schnauze” quatschen kann/muss/darf und wann nicht).
Auf jeden Fall halte ich der Verkäuferin als nächstes mein schickes Mobiltelefon mit Apfellogo unter die Nase und zeige auf den Preis der Preissuchmaschine. Was nun kommt habe ich nicht so ganz erwartet: “Naja was da im Internet steht hat ja mal gar nichts zu sagen, da steht viel Mist”. So ganz unrecht hat sie ja nun nicht, es steht wirklich viel Mist im Internet, aber doch nicht beim Preisvergleich, oder? ![]()
Nun ja, sie fragt mich also wo denn der Artikel hier in Berlin für diesen Preis zu erwerben sei, also antworte ich ihr, dass der Küchendiscounter, bei dem ja fast jeder Preis verhandelbar sein soll, das Produkt für diesen Preis vorrätig hat. “Vorrätig? Das haben sie auch wieder aus diesem Internet oder?” – Ja…
Einen Moment, ich überprüfe das mal eben. Sie schnappt sich also ihr Telefon, wartet gefühlte 2 Stunden genüsslich in der Warteschleife um Preis und Verfügbarkeit zu erfragen. Siehe da, “na da hatte das Internet wohl diesmal recht”. Sie entschuldigt sich für 5 Minuten (aus denen natürlich 10 wurden) um mit ihrem Vorgesetzten zu sprechen. “Also wir können Ihnen 60€ entgegen kommen” teilt sie mir nach der Rückkehr mit. “Gekauft”, antworte ich.
Mit ca. 5 Zetteln in der einen und dem gewünschten Produkt in der anderen Hand dackel ich also zur Kasse mit dem Gedanken, dass das Verhalten der Verkäuferin zwar ein wenig eigenartig war, der Einkauf aber dennoch ein voller Erfolg war. Ich habe mir schließlich 60 Minuten quer durch Berlin fahren gespart.
War? Nichts war, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. An der Kasse angelangt bitte ich die Kassiererin mir eine Rechnung auf meinen Namen auszustellen.
Kassiererin: “Kann ich nicht, das hätte die Kollegin machen müssen, schauen sie mal hier”, sie hält mir einen der 5 Zettel unter die Nase. Dieser ist wohl schon die endgültige Rechnung und enthält den Vermerk: “Kunde wünscht keine Rechnung auf seinen Namen”. Also muss ich nun erst mal bezahlen und dann können die an der Information mir eine Rechnung ausstellen. Gesagt getan bekomme ich an der Info die folgende Aussage zu hören: “Dass muss die Kollegin der Fachabteilung machen”.
Ihr ahnt es sicher, ich bin langsam ein wenig verärgert. Mit zusammengebissenen Zähnen sage ich der Verkäuferin, dass es nett gewesen wäre wenn sie mich gefragt hätte ob ich denn einen Namen auf die Rechnung haben wolle. Die Antwort, in einem dermaßen schnippischen Ton, dass ich der Verkäuferin am liebsten den vor ihr stehenden Monitor an den Kopf geschlagen hätte: “Achso?” “Das ist bei dieser Artikelgruppe sonst nicht üblich, dass danach verlangt wird. Aber ok, ich storniere das Ganze und schreibe ihnen eine neue Rechnung.” Der Vorgang dauert nun ca. 10 Minuten, weil auch hier wieder der Vorgesetzte ran muss.
Mit nun 7 Zetteln in der Hand gehe ich also wieder zur Kasse. Die Kassiererin schaut sich die Papiere an und meint mehr zu sich selbst als zu mir: “So eine dumme Kuh, jetzt habe
ich hier wieder mehr Arbeit und wieso haben die Idioten von der Info das nicht einfach gemacht” – hier ein Brummen wie Marge Simpson es immer von sich gibt einfügen -.
Ich nehme nun endlich mein (bereits bezahltes) Produkt in Empfang und verlasse den Mediamarkt leicht verwirrt. Dass der Einkauf 70 Minuten (ohne sich beraten zu lassen!) dauern würde hatte ich nicht erwartet. Zeitersparnis –10 Minuten… #Fail
Bildquellen: Bild oben, ©SurfGuard & Bild unten, ©Metaphox
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Hach, irgendwie vermisse ich mein Berlin. Nur zu Kaiser’s gehen um Milch zu kaufen war immer lustig (am Alex der!).
Einen Preis aus der Billigst-Preis-Suchmaschine zu benutzen finde ich selbst beim Mediamarkt für unfair.
Internet-Versender brauchen weniger Personal, keine teuren Verkaufsflächen, usw.
Aber sonst ist das natürlich mal wieder deutscher Service pur.
Twitter: gillyberlin
sagt:
Nene, ich habe die lokale Preissuche benutzt, der von mir rausgesuchte Preis wäre aber halt am anderen Ende der Stadt gewesen.
Ich hab mal das gleiche gemacht mit der DVD-Box von Star Trek. War im Internet bei einem großen Buchhandelsdingsbuch 1/3 preiswerter als im MediaMarkt. Der Verkäufer hat aufs iPhone geschaut, der Preis hat ihm zwar nicht gefallen, aber er hat es ohne Umstände gemacht. Ich kann verstehen, dass es wenig Spaß macht, Produkte ohne Gewinn oder vielleicht unter Einstandpreis zu verkaufen, aber MediaMarkt hat es sich auf die Fahne geschrieben Wettbewerberpreise mitzugehen – und sie machen es.
Aber Dein Punkt ist ja auch eher die sehr zuvorkommende Servicebereitschaft des Personals.
Ich stelle einfach mal die Frage die sich hier alle stellen, oder vllt bin ich auch einfach nur neugierig
Was hast du denn feines Erworben?
Twitter: gillyberlin
sagt:
Wird noch nicht verraten
Ja ja, der Media Markt. Das mit dem Personal ist immer so eine Sache.
Stimmt es eigentlich, dass in jeder Abteilung einer ist, der was weiß und die anderen alle nichts wissen. Kommt mir zumindest immer so vor.
Ich finde die Reaktion der Mitarbeiterin auf die Anführung Deines Preisvergleiches einfach Klasse. Nur schade, dass sie dann eingebrach und doch ein Stückchen mitzog. – Aber dass die Preise bei Innova alle verhandelbar sind, das ist wahrlich ein Ammenmärchen.
MM ist immer so eine Sache und da ich dort NUR schlechte Erfahrungen gemacht habe, könnten sie auch iPhone verschenken, ich setze da lebend keinen Fuss mehr in den Laden.
HA!HA! und bei meinem Garantiefall und dem daraus resultierendem Zurückgebenwollen meinerseits, sagte man mir – ZITAT: “Wir sind eine Ausstellungsfläche. Da müssen Sie sich an den Hersteller wenden! Wir können das nicht zurücknehmen.” Ist doch geil, wa – erst nach meinem blabla von wegen BGB und Verklagen und Schadensersatz und so, kam er dann nach einem Chefgang mit nem preislich gleichwertigem (aber neuerem) Produkt zurück und nahm das Alte entgegen.
Twitter: truckblog
sagt:
Verkäufer im ProMarkt sind schlimmer